Magnesium: Nahrungsergänzungsmittel, Stressabbau, Salzbad oder Ernährung? Was hilft?

Magnesium ist ein wichtiges Mineral für unsere Gesundheit aber hält ein Magnesium-Supplement, als vielversprechende schnelle Lösung, wirklich was es verspricht? Worauf gilt es zu achten?

Social Media und ihre vielen Gesundheitsblogger wissen ja (angeblich), was gesund für uns ist. Erst neulich habe ich auf Instagram ein Posting gesehen, das besagt, dass Magnesium- Mangel angeblich für jede Krankheit verantwortlich ist.

 

„Every known illness is associated with a magnesium deficiency….A magnesium deficiency may be responsible for more disease than any other nutrient.”

 

Auf gut deutsch, „jede bekannte Krankheit ist auf einen Magnesium- Mangel zurückzuführen…….Ein Magnesium- Mangel kann für mehr Krankheiten verantwortlich sein, als alle anderen Nährstoffe.”

Wenn wir solch ein Posting lesen, was ist die erste Reaktion in vielen von uns?

 

?

 

Ich sollte Magnesium (Mg) zu mir nehmen, oder?

 

question, frage

Ich bin mir sicher, du hast schon einige solcher oder ähnlicher Postings oder Artikel gesehen.

Wie beeinflussen sie dich?

Überlegst du dir:

  • Wie steht’s um meine Ernährung, ist sie Mg-reich oder Mg-arm?
  • Was sind denn Anzeichen für einen Mg-Mangel, könnte ich einen haben?
  • Welche Lebensmittel sind eigentlich Mg-reich; könnte ich vielleicht davon ein bisschen mehr essen?
  • Welche Faktoren reduzieren eigentlich Mg?
  • Wird Mg als Präparat eigentlich vom Körper aufgenommen?
  • Stimmt denn das, was da im Posting steht? Kann ich es glauben?
  • ……?

 

Prävention und unser Wunsch nach Gesundheit:

Bekanntlich ist ja Vorsorge besser als Nachsicht. Und da man zum Glück Magnesium überall finden und kaufen kann, sogar im Supermarkt und es einfach ist, ein solches Mineral-Präparat einzunehmen, tun dies auch viele Menschen. Denn gesund sein wollen wir ja doch irgendwie alle, vor allem wenn’s so einfach ist wie eine Pille schlucken oder Brausetablette trinken.

 

Dass es allerdings unterschiedliche Magnesiumarten gibt oder ob Magnesium als Präparat überhaupt vom Körper aufgenommen wird oder dass es andere Mineralien im Körper negativ beeinflusst wissen oder hinterfragen nur die Wenigsten.

Noch weniger schauen sich ihr eigenes Verhalten an…..denn Nahrung ist die wahre Medizin, nicht Supplements.

 

Natürlich fehlen in dem (wie auch ähnlichen) Posting jegliche Form an wissenschaftlichen Referenzen.

Nichtdestotrotz reichen solche Aussagen aus, um Menschen zum einen darin zu bestätigen, dass sie tagtäglich Mg zu sich nehmen sollten und zum anderen zu animieren, mit Mg-Supplementierung zu beginnen.

 

Wusstest du aber, dass Magnesium und Kalzium im Wechselspiel stehen, dass eine erhöhte Kalzium-Aufnahme, die Aufnahme von Magnesium verhindert?

Optimal sei angeblich das Verhältnis 2:1 (Kalzium:Magnesium); nicht so optimal sei 8:1, denn ab da wird Magnesium nur mehr reduziert aufgenommen. Kritiks argumentieren, dass eigentlich ein Verhältnis von 5:8 optimal sei. 

 

Das Instagram- Post hat übrigens am 1. Tag über 2000 Likes bekommen, mit etlichen positiven Kommentaren.

 

Magnesium- Nahrungsergänzungsmittel:

die Lösung für unsere Gesundheitsprobleme

oder doch nicht?

 

Eins vorweg, Magnesium ist ein WICHTIGES Mineral.

Magnesium:

  • beeinflusst die Reizübertragung ausgehend von den Nerven auf die Muskeln
  • ist verantwortlich für die Adrenalin Freisetzung
  • unterstützt die Mineralisation von Knochen –> ist am Knochenstoffwechsel beteiligt
  • ist an der Glukoseverwertung beteiligt
  • aktiviert mehr als 300 Enzymen im menschlichen Stoffwechsel
  • spielt eine ausschlaggebende Rolle in der körpereigenen Produktion von Eiweiß –> daher am Aufbau von Muskelmasse beteiligt
  • hat entzündungshemmende und entspannende Eigenschaften
  • …..um nur einige zu nennen

Aber, wie mit allem, steckt Mg natürlich auch in sehr vielen Lebensmitteln und sogar im Meer, falls du das Glück haben solltest und Nahe dem Meer lebst und dort regelmäßig schwimmen gehst.

 

Magnesium-Mangel

Unser täglicher Magnesiumbedarf liegt zwischen etwa 320 – 400 mg, abhängig von Alter und Gender. Männer sollten etwa 400 mg zu sich nehmen (DGE).

Unsere Knochen speichern etwa 20 – 25 g Mg, auf die der Körper im eventuellen (hoffentlich nur kurzfristigen) Notfall oder Mangel zurückgreifen kann.

Stress, jedlicher Art, entzieht dem Körper Mg.

 

Kann Magnesium-Bedarf durch Ernährung gedeckt werden oder brauchen wir wirklich ein Magnesium Präparat um Krankheiten fern zu halten?

 

Basierend auf dem Instagram-Posting soll ein Magnesium-Mangel eine Ursache für Krebs sein. Das Instagram Posting inkludierte auch den Hinweis, dass verarbeitetes Getreide (wie Weizen) 80 – 97% Mg aus unserem Körper entfernen soll.

 

Hmm….Magnesium-Mangel fördert Krebs. Schon ziemlich Angsteinflößend, oder?

Wer will schon Krebs bekommen…….aber ist ein Nahrungsergängzungsmittel wirklich die beste Lösung?

–> Nein, und obwohl das Instagram Posting nicht darauf eingeht lassen uns Studien aus PubMed (Larsson et al., 2005; Lin et al., 2006Wark et al., 2012) wissen, dass

  • ja, ein Mg Mangel kann, z.B. Darmkrebs erhöhen ABER
  • Menschen, die eine Mg-reichere Ernährung haben, ein niedrigeres Risiko haben, als die, die ein Mg Präparat nehmen

Zumal eine Krebsrisikosenkung auch von anderen Faktoren, wie z.B. Folsäure abhängig ist.

Außerdem wir wissen, dass viele der Nahrungsergänzungsmittel Krankheiten sogar fördern können. Hinzu kommt, dass die meisten von uns nicht die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Magnesium-Präparaten kennen. Ganz im Gegenteil, wir sind preisgesteuert und kaufen das, was gerade günstig und bequem/konvenient erhältlich ist.

Oder informierst du dich wirklich ausführlich über die unterschiedlichen Nahrungsergänzungsmittel-Präparate (und hierbei zählt NICHT nur ein Gespräch mit dem Apotheker)?

 

Wer leidet eigentlich unter Magnesium-Mangel?

Gesundheitsbewusste Nuss- und Gemüseverzehrer oder Fastfood und Fleischesser?

 

Was mich wirklich zum Schmunzeln brachte ist der Aspekt, dass dieses Instagram Posting wahrscheinlich von schon gesundheitsbewussten Personen gelesen werden würde, die vielleicht sogar eher einer vegetarischen oder gar veganen Ernährungsweise folgen.

Und rate mal, wer wohl eher an einem Mg-Mangel leidet, die von uns, die regelmäßig Nüsse, Samen, Vollkornprodukte und Gemüse essen oder diejenigen, die ihre Ernährung eher auf Fleisch- , Milch-, und Fertigprodukte aufbauen?

Die Antwort gibt’s weiter unten.

 

Magnesium-Präparate: es gibt MEHR als NUR EIN Magnesium

Es gibt Magnesiumarten mit entweder organischen oder anorganischen Verbindungen. Und je nach Sorte, werden den Mg- Präparaten nicht nur unterschiedliche Aufnahmebedingungen, sondern auch unterschiedliche Wirkungen im Körper nachgesagt.

Eine kurze Suchmaschinen-Anfrage und wir erfahren, dass wir hauptsächlich zwischen diesen 10 Mg-Arten unterscheiden:

Organische Verbindungen:

  1. Magnesiumcitrat: Mg gebunden an das Salz der Zitronensäure
  2. Magnesiumglycinat: Mg gebunden an die Aminosäure Glycin
  3. Magnesiumorotat: Mg gebunden an das Salz der Orotsäure
  4. Magnesiummalat: Mg gebunden an das Salz der Äpfelsäure

Anorganische Verbindungen:

  1. Magnesiumcarbonat: Mg gebunden an das Salz der Kohlensäure
  2. Magnesiumsulfat (auch als Epsom- oder Bittersalz bekannt): Mg gebunden an das Salz der Schwefelsäure
  3. Magnesiumoxid (auch als Magnesia bekannt): Mg-Oxid bleibt übrig, wenn Mg-Carbonat verbrannt wird
  4. Magnesiumchlorid: Mg gebunden an Chlorwasserstoff- bzw. Salzsäure
  5. Magnesiumhydroxid: Mg gebunden an Kalziumlauge
  6. Magnesiumhydrogenphosphat: Mg gebunden an das Salz der Phosphorsäure

 

D.h. Magnesium wirkt nicht allein, sondern die Verbindung macht den Unterschied……ALLERDINGS, worauf ich ein wenig später noch eingehen werde, glauben wir, dass unser Körper solche Mg-Präparate wirklich gut aufnehmen kann.

Wobei wir uns eigentlich wirklich fragen sollten, ob denn, für die Resorption von Mg die Verbindung wirklich eine Rolle spielt und welche Faktoren eine etwaige Mg-Aufnahme begünstigen.

 

Magnesium Kneipp Brausetablette

 

Wenn du zufällig ein Magnesium-Präparat zu Hause hast, schau doch mal auf die Zutatenliste. Welche Art von Magnesium befindet sich in deinem Mg-Präparat?

Hast du überhaupt schon einmal darauf geachtet, welches Magnesium du zu dir nimmst?

Was steckt eigentlich noch in deinem Mg- Präparat, etwa Kalzium oder Vitamin D? (wie in diesem hier?)

Glaubst du, dass die Kombination gut ist, weil es vielleicht die Aufnahme von Magnesium fördert?

 

Magnesium-Aufnahme im Körper

Wo wir beim Thema Bioverfügbarkeit sind. Es gibt 4 Kriterien, die ausschlaggebend sind, ob unser Körper das Magnesium aufnimmt:

  1. Bioverfügbarkeit
  2. Dosierung
  3. Verträglichkeit
  4. Eigene Magnesium-Speicher

Ähnlich zu z.B. eigenen Eisenspeichern, nimmt der Körper nur auf, was er braucht. D.h. wenn wir genügend Magnesium durch unsere Ernährung aufnehmen und somit kein Mangel vorliegt (und wir auch keine etwaigen Verdauungsprobleme oder Organbeschwerden haben), dann hilft uns auch ein Magnesium-Präparat nichts. Es ist reine Geldverschwendung erfordert aber körperliche Aktivitäten oder vielleicht unnötige Belastungen, die zum Ausscheiden von Magnesium führen.

Es kommt allerdings noch ein 5. Faktor hinzu.

Viele Menschen vergessen, dass Nährstoffe, so auch Mineralien, oftmals im Wechselspiel stehen.

So z.B. beeinflusst das Vorhandensein von (viel) Kalzium die Aufnahme von Magnesium negativ (Blaine et al, 2015). D.h., erhöhte Kalzium Aufnahme, denn uns wird ja immer wieder mitgeteilt, wie wichtig Kalzium für unsere Knochen ist und viele deshalb regelmäßig ein Kalzium Supplement zu sich nehmen, reduziert die Aufnahme von Magnesium!

(Und da sich mehr und mehr Menschen eher von Mg-armen Fertiggerichten oder Fastfood ernähren, aber vielleicht, um etwaige Mängel vorzubeugen ein Kalzium-Präparat nehmen oder auf Milchprodukte als Kalziumquelle zurückgreifen, ist eine unerwünschte Kalzium:Magnesium Ratio oft leicht erreicht…was zu Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen führen kann, obwohl es auch hier Gender und Ethnische Unterschiede gibt. (Dai et al., 2013)

 

Und da Magnesium ein Co-Faktor für Vitamin D ist, es aber kaum Studien gibt, die diese Beziehung untersuchen, weiß man auch nicht eindeutig, wie sich eine Mg-Supplementierung auf unsere Vitamin D Werte ausübt oder vice-versa (Rosanoff et al. 2016). Man geht davon aus, dass ein Mg Mangel,  z.B. durch erhöhte Vitamin D Supplementierung verursacht wird, siehe M. Seelig. Und da viele Menschen Vitamin D einnehmen, da es im Moment eher Modern scheint, ist ein Mg-Mangel vielleicht vorprogrammiert. Was allerdings nicht bedeutet, dass ein Mg-Supplement aus dem Supermarkt die beste Lösung ist!

Inulin, ein Ballaststoff hingegen, scheint die Aufnahme von Magnesium zu begünstigen (Holloway et al., 2007), genau wie Vitamin B6 (Watts et al., 1990; De Souza et al., 2000).

Wie schon erwähnt, Magnesium ist ein sehr (!) wichtiges Mineral, vielleicht sogar wichtiger als Vitamin D (Hashim et al., 2015).

 

Magnesium Aufnahme im Körper: welches Magnesium ist nun wirklich das Beste?

Ja, die Meinungen gehen auseinander. Vielleicht gibt es hier auch ein Ost-West Gefälle und dabei meine ich deutschsprachigen Raum und englischsprachigen (USA) Raum.

Jedenfalls gibt es viele Meinungen, leider allerdings nur wirklich wenige überzeugende und qualitativ-hochwertige Forschungsergebnisse! Zumal ich mir nicht sicher bin, ob wir wirklich ein „Bestes“ brauchen, wenn die Aufnahme von soo vielen Faktoren beeinflusst wird.

 

Magnesium- Meinungen im deutschsprachigen Raum:  

Immer wieder wird argumentiert, dass das Magnesiumcitrat mit 70-90 % die höchste Bioverfügbarkeit hat.  Das gleiche gilt für Magnesiumtricitrat, da es ebenfalls ein Magnesiumsalz der Zitronensäure ist, wobei der elementare Magnesiumgehalt im Tricitrat 16% entspricht, im Citrat hingegen nur 8%.

 

Magnesiumcarbonat hingegen hat mit nur etwa 30% eine niedrige Bioverfügbarkeit und wird nur sehr langsam vom Körper aufgenommen. Meiner Meinung nach lässt sich allerdings argumentieren, ob eine langsame Aufname wirklich als negativ bewertet werden sollte.

 

Die am häufigsten verkaufte Mg-Sorte soll angeblich (laut Gesundheitsportalen) Magnesiumoxid sein. Da es am leichtesten käuflich zu erwerben und am preisgünstigsten herzustellen ist. Magnesium, Präparat, ZutatenZugleich ist es das am schlechtesten aufgenommene Präparat. Dennoch wird es in Apotheken, Drogerien und Supermärkten am häufigsten angeboten, und ist vor allem in den Mg- Brausetabletten vorzufinden. (Wobei ich dem leider nicht ganz zustimmen kann. Denn die Brausetabletten, die z.B. bei Müller oder Merkur verkauft werden enthalten alle Carbonat und nicht Oxid.)

 

Magnesiumchlorid ist das einzige Mg-Präparat, das kaum oral, sondern eher transdermal, also auf der Haut als Magnesium Öl, aufgetragen wird. Man kann allerdings auch ein Fussbad damit machen. Einige von uns kennen es auch als Epsom Salz.

Diese Meinungen sind ziemlich einheitlich, wenn wir unterschiedliche Gesundheitsportale aus dem deutschsprachigen Raum hernehmen.

 

 

Magnesium-Meinungen im englischsprachigen Raum:

Wenn wir allerdings auf die englisch-sprachigen Seiten zurückgreifen und vielleicht uns sogar von der Information des Fitness-Gurus Charles Poliquin beeinflussen lassen, dann lesen wir, dass Magnesiumoxid und Magnesiumcitrat totale Geldverschwendung sind. Er, wie auch andere, setzt diese beiden Produkte mit Rost gleich. Laut seinen Worten sind sie billig und ineffektiv und höchstens als Abführmittel wirksam.

(Ich würde ja gern sein Instagram Posting hier einfügen, bin mir aber nicht sicher, ob es Copyright geschützt ist.)

Weniger gute Qualität liefern angeblich Magnesiumsulfat und -chlorid.

Und die bessere Qualität, also die, auf die man als Gesundheitsbewusste Person mit einem hoffentlich aktiven Lebensstil zurückgreifen sollte inkludieren, laut Poliquin und anderen Magnesiumthreonat, -glycinat, -malat, -orotat und -taurat. Was auch übereifrig ist, denn Threonat, z.B. ist „the new kid“ on the Block und wir wissen noch relativ wenig über die Bioverfügbarkeit. Es soll allerdings tatsächlich sehr gut für unsere Gehirngesundheit sein und unser Gedächtnis verbessern und unsere kognitive Fähigkeiten erhöhen (Slutsky et al., 2010; Wang et al., 2013). Andere Portale schwören hingegen auf Magnesiumglycinat.

Eine andere englischsprachige Seite schreibt, dass prinzipiell Mg-Präparate schlecht aufgenommen werden, im schlimmsten Fall nur zu 35% und im besten Fall nur zu 45%.  Was natürlich weit entfernt von den 70 – 90% ist, was wir für Citrat auf den deutschen Seiten finden. Zumal, diese englische Seite unter Berufung auf die Studie von Lindberg eine Citrat-Bioavailability von nur 25 – 30% angibt.

Was nun?

Wird  Magnesiumcitrat zu 30 – 35%  oder zu 70 – 90% aufgenommen

 

Wenigstens stimmen alle in dem Punkt überein, dass Magnesiumoxid „Rost“ sei und obwohl es angeblich in vielen Mg-Präparaten steckt, es die billigste und am schlechtesten absorbierte Mg-Form sei.

 

question, dice

Als Beispiel zur Magnesium Aufnahme:

Du hast eine Mg-Brausetablette, die Magnesiumoxid enthält. Laut Angaben stecken in einer Tablette 400 mg Mg.

Rate mal wie viel oder wie wenig dein Körper von dem Magnesium aufnimmt?

Laut dieser Webseite gerade einmal 9,5 mg.

D.h. aus den 400 mg Magnesium nimmt dein Körper vielleicht unter 10 mg auf, beeinflusst von den o.g. Faktoren!

 

Magnesiumcitrat, Magnesiummalat oder Magnesiumoxid….. –

macht es wirklich einen Unterschied?

 

Wirkung, MagnesiumViele sind jedenfalls der Meinung, dass Mg Citrat das beste Magnesium sei. Vor allem, wenn man die deutschen Gesundheitsportale oder gar Online-Rezessionen von Webseiten, die Mg-Präparate verkaufen, hernimmt.

Dabei findet Citrat eigentlich hauptsächlich als Laxativ/Abführmittel Anwendung …..und Lein-oder Chiasamen, getrocknete Pflaumen eingeweicht über Nacht in Wasser und auf nüchternen Magen getrunken oder andere ballaststoffreiche Quellen tun dies auch – wesentlich günstiger und vielleicht sogar ganzheitlich gesünder, da sie zusätzliche wichtige Nährstoffe liefern.

 

Magnesium als Abführmittel?

Gee bitte, trink Chia-Wasser und genieß die Wirkung!

 

Na gut, es gibt ja noch das Malat oder Glycinate oder eines der anderen. Sind die vielleicht die beste Magnesium Lösung?

Vielleicht, vielleicht ist es auch egal.

Es gibt hier einen sehr interessanten Artikel, der darauf schließen lässt, dass die Verbindung im Endeffekt egal sein soll, dass, wie erwähnt, die Mg-Aufnahme von anderen Faktoren beeinflusst wird und dass man Magnesium regelmäßig über einen längeren Zeitraum (mindestens 4 Wochen) einnehmen muss, eh sich messbare klinische Veränderungen feststellen lassen.

 

Nun, wenn ihr mich kennt, dann wisst ihr, dass Nahrung sowie Stressabbau die beste Medizin sind.

Während Stress Magnesium dem Körper entzieht, kann eine gesunde Vollkorn-, Nuss- und Samen- , sowie Gemüsereiche Ernährung Magnesium dem Körper zuführen.

 

Übrigens, falls ihr euch wundert, ob denn Magnesium Öl, also die Transdermale Anwendung auf die Haut, effektiv ist muss ich euch leider (offiziell) enttäuschen. Dazu fehlen im Moment noch überzeugende Studien (Gröber et al., 2017), obwohl es eine Studie (Blaine et al., 2015) gibt, die darauf hindeutet, dass Epsom Salz Magnesium Werte im Körper erhöht.

Obwohl das mit Studien ja oftmals so eine Sache ist. Wer will schon viel Geld in Studien stecken, wo das Produkt billig zu haben, Gang-und Gäbe in vielen Haushalten und somit kein Profit zu schlagen ist?

–> Ich persönlich schwöre jedenfalls auf die entzündungshemmenden Effekte von Epsom-Salz….und in den heißen Sommermonaten bringt ein kühles Epsom Salz Fußbad immer eine Abkühlung.

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Ein Magnesium-Präparat, wobei ein hoch-qualitatives Magnesium Präparat seinen Preis hat wir allerdings nicht wissen wie es in unserem Körper aufgenommen wird,

Transdermal, via einem Magnesium-Öl oder vielleicht sogar Epsom Salz Bad

oder doch lieber durch die gute, alte und überzeugende Ernährung?

 

Nahrung ist die beste Medizin:

Magnesium-reiche Lebensmittel

Da es unterschiedliche Mg-Präparate mit unterschiedlicher angeblicher Aufnahmefähigkeit im Körper gibt und Nahrung mit wesentlich besseren Nährwerten kommt, als ein Präparat frage ich dich, ob es vielleicht nicht einfacher wäre, lieber ein paar dieser Lebensmittel in deinen Ernährungsplan einzubauen.

Denn du kannst z.B. ganz leicht deinen Tagesbedarf an Mg mit diesen Lebensmitteln decken. Denn nicht vergessen, ein Mg-Präparat kommt oftmals mit vielen (!) unerwünschten Zutaten, die nicht nur unsere Hormone aber auch unsere Gelüste beeinflussen!

 

 

So leicht ist es, deinen Tagesbedarf an Magnesium zu decken:

(Tagesbedarf etwa 320 – 420 mg; etwas mehr schadet auch nicht)

Frühstück:

  • 50 g Haferflocken enthalten 70 mg Mg
  • 50 g getrocknete Feigen enthalten 35 mg Mg
  • 100 ml Milch enthalten 10 mg Mg
  • 10 g Leinsamen enthalten etwa 35 mg Mg
  • (gekocht mit Gewürzen)
  • Magnesiumgehalt etwa 150 mg

Mittag:

  • Grüner Salat mit Blattspinat, Soyabohnen/Edamame, Paprika, Gurken, Zucchini, 1 Ei, Shrimp, Sonnenblumenkernen und einem Olivenöl-Essig Dressing dazu 1 – 2 Scheiben Vollkornbrot belegt z.B. mit Avocado

Als Beispiel:

  • 50 g Edamame enthalten 130 mg Mg
  • 100 g Blattspinat enthalten 60 mg Mg
  • 50 g Zucchini enthalten 10 mg Mg
  • 50 g grüne Paprika enthalten 6 mg Mg
  • 2 Scheiben Vollkornbrot enthalten 200 mg Mg
  • 25 g Sonnenblumenkerne enthalten 105 mg Mg
  • Magnesiumgehalt mindestens 511 mgg

2 Snack Optionen:

Selbstgemachter Schokopudding mit Chiasamen, Milch und rohem Kakao:

  • 25 g roher Kakao enthält 105 mg Mg
  • 20 g Chiasamen enthalten 70 mg Mg
  • 100 ml Milch enthält 11 mg Mg
  • Magnesiumgehalt etwa 186 mg

Obst und Nüsse:

  • 25 g Mandeln enthalten 65 mg Mg
  • 1 Banane enthält etwa 50 mg Mg
  • Magnesiumgehalt etwa 115 mg

Abendessen?

 

Wie du siehst, schon allein durch ein Frühstück, Mittagessen und ein paar gesunde Snackoption kannst du deinen tagtäglichen Bedarf an Magnesium decken. D.h. es benötigt keine Nahrungsergängzungsmittel oder Mg-Präparate von denen du nicht einmal weißt, ob sie denn dein Körper aufnimmt. Zumal ein Mangel vorliegen muss…….

(Ähnlich wie zu anderen Mineralien nimmt unser Körper leider nur einen Teil (24 – 76%) des Minerals aus der Nahrung auf (am höchsten für dunkles, grünes Gemüse und in Kombination mit den Speisen, die z.B. den Ballaststoff Inulin oder Vitamin B6 enthalten).

(Die, die unter Mg-Mangel leiden, nehmen MEHR Mg aus der Nahrung auf, als die, die gefüllte Mg-Speicher haben. Hier nimmt der Körper nur auf, was er braucht.)

–> Da unser Körper tagtäglich Mg braucht und Stress Mg reduziert nicht nur 350 mg Mg durch Nahrung verzehren, sondern mindestens 600 mg und mehr um den tagtäglichen Bedarf an Mg tatsächlich zu decken.

 

Für eine ausführliche Liste an Magnesiumreichen Lebensmitteln bitte hier die Liste anschauen.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die folgenden Lebensmittel reich an Magnesium sind:

  • Nüsse & Samen, wie Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam, Mandeln, Cashews, Erdnüsse
  • Getreide, wie Hafer, Roggen und Hirse und Vollkornbrot
  • Obst, wie Bananen, Himbeeren, Erdbeeren, Kiwi
  • Getrocknete Aprikosen, Datteln, Feigen
  • Bohnen, Linsen, Erbsen, Sojabohnen
  • Dunkles Blattgemüse, wie Spinat, Grünkohl
  • Gemüse, wie grüne Bohnen, Brokkoli, Erbsen, Kohlrabi aber auch Green Powders, wie Chlorophyll
  • Roher Kakao oder dunkle Schokolade
  • Wasser, ja, manches Wasser ist auch Magnesiumreich

FAZIT:

Die beste Lösung gegen Magnesium-Mangel?

  • Stress-abbau
  • Epsom-Bäder und Fußbäder
  • Magnesiumreiche Lebensmittel
  • kein (!) Vitamin D Präparat, vor allem in hohen Dosen
  • kein (!) erhöhtes Kalzium Präparat

 

Nahrung ist die beste Medizin!

 

Wenn euch das Thema interessiert, dann bitte die beiden Artikel von der pharmezeutischen Zeitung nicht verpassen, die die Aufnahme von Magnesium besser unter die Lupe nehmen: hier und hier.

 

Vielen Dank für’s Lesen….und wenn ihr den Artikel hilfreich oder interessant fandet, dann bitte teilen. Danke.

Bleibt gesund,

Yvi

 

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