Beugt unser Fitnesslevel mit 50 spätere Depressionen und Herzerkrankungen im Alter von 65 vor?

Gibt es seine Verbindung zwischen der Gesundheit unseres Herzens und der unserer Psyche?

Und ob! Und rate mal, was die Verbindung beeinflusst?!?!?!…..

 

Sport oder besser gesagt eine gute kardiorespiratorische Fitness!

 

Laut einer neuen Studie beschützt regelmäßiger Sport, der unser Herz-Kreislaufsystem fördert, uns nicht nur vor Depressionen noch Jahre später, sondern auch vor späterem Tod bedingt durch Herz-Kreislauferkrankungen.

 

Es ist NIE zu spät, um mit einem Sportprogramm zu beginnen!

 

Wir wissen schon lange, dass ein regelmäßiges Sportprogramm (eine Kombination aus Kraft, Kondition, Ausdauer) gut für unser Herz-Kreislauf System ist.

  • Sofortige Vorteile von Sport inkludieren erhöhtes Level an Energie und gesteigerte Wohlbefinden, körperlich und seelisch….
  • Längerfristige Vorteile von Sport inkludieren längeres Alter, bessere Herz-Kreislaufgesundheit, Gewichtskontrolle,  reduziertes Risiko von Type 2 Diabetes und Krebs und Sturzgefahr, bessere Laune, stärkere Muskeln und Knochen, ….

question, frage

 

Bis jetzt allerdings wussten wir nicht, wie oder ob die Gesundheit unserer Psyche unsere Herzgesundheit beeinflusst und welche Rolle Ausdauer-Sport spielt.

 

Nun wissen wir, dass in denjenigen von uns, die unter Depressionen leiden, ein regelmäßiges Sportprogramm, das unsere Herz- und Lungengesundheit födert, vor frühzeitigem Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen schützen kann.

 

Es gibt eindeutig eine Verbindung zwischen unserem Fitnesslevel, unsere Herz-Kreislaufgesundheit und unserer Psyche.

 

Laut neuesten Forschungsergebnissen (Willis et al.) gibt es eine starke Beziehung zwischen regelmäßigem Sport, Depressionen und Tod durch Herzerkrankung.

 

Zur Studie:

  • 18,000 Menschen waren Teil einer Retrospectiven Cohort- Studie (rückblinkend)
  • Daten Sammlung geschah vom 17. Januar 1971  bis 31. Dezember 2009
  • Durchschnittsalter zu Beginn von 50 Jahren; allgemein gesund
  • Personen, sie angaben, dass sie unter Depression, Herz-Kreislauferkrankungen oder Stroke litten (oder jemals gelitten hatten) wurdenzu Beginn der Studie entfernt
  • Herz-Lungen Gesundheit wurde via einem Laufband-Test als Teil der Gesundheitsvorsorge getestet

Ergebnisse von Interesse:

  • Depressionen
  • Todesursache

Studien Resultate:

Menschen, im mittleren Lebensalter (um die 50), die regelmäßig sportlich aktiv sind UND ein höheres Fitnesslevel haben (und somit auch eine bessere Herz-Lungen Gesundheit), haben nicht nur ein niedrigeres Risiko unter Depressionen zu leiden, sondern auch noch ein geringeres Risiko Jahre später (im Alter von 65) an Herzerkrankungen zu sterben.

Laut Studie, diejenigen mit erhöhtem Fitnesslevel im Durchschnittsalter um die 50 Jahre und die ihr Fitnesslevel aufrecht erhalten haben, hatten Jahre später (im Alter von etwa 65 Jahren verglichen zu den 50-jährigen mit niedrigerem Fitnesslevel) ein:

  • 16 % niedrigeres Risiko an Depression zu erleiden
  • 61 % niedrigeres Risiko von Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen ohne Depression
  • 56 % niedrigeres Risiko von Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen mit Depression (diagnosis)

 

Diese neuen Studienergebnisse zeigen uns, wie wichtig ein regelmäßiges Sportprogramm in unserem Leben ist, um unsere physische und psychische Gesundheit mit dem Alter aufrecht zu halten.

–> d.h., sogar falls Depression vorliegen sollte, schützt sportliche Aktivität unser Herz!

question, frage

 

Wie willst du altern?

Welche Lebensqualität möchtest du genießen?

Wie du dich mit 65 fühlst ist von deinen heutigen und morgigen Entscheidungen abhängig!

 

–> Langzeit Effekte von Mind- Body sollten nicht unterschätzt werden – es wird mehr und mehr klar, wie wichtig doch regelmäßige sportliche Aktivität ist UND welchen Einfluss es noch Jahre später hat.

 

In den Worten von  Dr. Benjamin Willis sind

Sport und ein gesundes Fitnesslevel Präventationsbausteine, um ein gesundes Altern zu fördern 

 

Was bedeutet das für uns?

Regelmäßiger Sport beugt, langfristig gesehen, nicht nur Depressionen vor, sondern schützt auch vor Tod durch Herzerkrankungen.

Zumal regelmäßiger Sport auch positiv gegen altersbedingten kognitiven Abbau entgegenwirken soll (Marioni et al.,  Clouston et al., Lee et al., Fernandez et al.)

Und natürlich spielt unsere Ernährung und unsere Lebenseinstellung auch eine Rolle ABER der wesentliche Einfluss von Sport sollte nicht unterschätzt oder ignoriert werden, wie die Studie zeigt.

Zumal die Studie auch feststellte, dass die Personen mit höherem Fitnesslevel zu Beginn der Studie auch einen niedrigeren BMI sowie bessere Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinwerte hatten, verglichen zu den Personen mit  niedrigerem Fitnesslevel.

 

Was zählt als „regelmäßiger Sport“?

Kurz gesagt, alles, dass uns ein wenig aus der Puste bringt und unsere Herz- und Lungengesundheit stärkt.

  • Schnelles Gehen
  • Laufen/Joggen (komm doch zu unserem Sonntag Lauftraining für Anfänger im Prater)
  • Schwimmen
  • Radfahren
  • Ganzkörpertraining (das nicht nur auf Kraft, also Knochen- und Muskelgesundheit aufgebaut ist, sondern auch dein Herz stärkt und somit auch deine Lebensqualität verbessert) (Kaushal et al.) Und nein, du bist NICHT zu alt! Es gibt ein Gruppentraining auch für über 50-jährige! Bitte melden bei Interesse.

 

Wieviel Sport brauchen wir, um unsere Gesundheit zu unterstützen?

  • Optimal ist mindestens etwa 30 Minuten täglich

Empfohlen werden

  • mindestens 150 Minuten (2 1/2 Stunden) pro Woche Bewegung mit mittlerer Intensität oder
  • 75 Minuten (1 ¼ Stunden) pro Woche Bewegung mit höherer Intensität oder
  • eine entsprechende Kombination aus Bewegung mit mittlerer und höherer Intensität durchführen

für einen zusätzlichen und weiterreichenden gesundheitlichen Nutzen:

  • 300 Minuten (5 Stunden) pro Woche Bewegung mit mittlerer Intensität oder
  • 150 Minuten (2 ½ Stunden) pro Woche Bewegung mit höherer Intensität
  • oder eine entsprechende Kombination aus Bewegung mit mittlerer und höherer Intensität anstreben
  • zusätzlich an 2 oder mehr Tagen der Woche muskelkräftigende (für den gesamten Körper) Bewegung mit mittlerer oder höherer Intensität

–> wie du siehst, wenn du dich allein nicht motivieren kannst, dann komme zum Gruppentraining. In der Gruppe macht’s nicht nur mehr Spass, sondern du entwickelst auch eine gesunde Gewohnheit.

 

Warum ist es wichtig?

Depression und Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für gesundheitsbedingte Lebensbeeinträchtigungen in den entwickelten Nationen.

In  Österreich starben in 2011 rund 32.000 Menschen an den Folgen einer Herz-Kreislauferkrankung. Dies sind rund 43 Prozent aller 2011 dokumentierten Todesfälle (bei Männern: 38 %, bei Frauen: 47 %) – die häufigste Todesursache gefolgt von Krebs.

Wobei, laut dem Österreichischen Gesundheitsbericht (2016) 8% der Bevölkerung entweder mit einer Depression diagnostiziert wurden oder sich selbst als depressiv einschätzen (Frauen doppelt so häufig wie Männer).

 

Ich weiß, dass viele von uns nicht an die Zukunft denken, jedenfalls nicht in Bezug auf Gesundheit.

Aber, wie du siehst, haben wir mit unseren Entscheidungen einen Einfluss nicht nur auf spätere Depressionen, sondern auch auf unser Risiko an etwaigen Herzerkrankungen zu sterben. Und 65 ist kein Alter!

 

Ist Sport, gesunde Bewegung, ein aktiver Lebensstil wirklich so mühsam oder musst du nur etwas finden, dass dir Spass macht und dich lebendig fühlen lässt?

 

Danke für’s Lesen und Teilen und wenn’s Fragen oder Kommentare gibt, bitte melden.

Yvi

 

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Quellen:

Clouston SA, Brewster P, Kuh D, et al. (2013). The dynamic relationship between physical function and cognition in longitudinal aging cohorts. Epidemiol Rev, 35:33-50. doi: 10.1093/epirev/mxs004.

Fernandes RM, Correa MG, Dos Santos MAR, et al. (2018). The Effects of Moderate Physical Exercise on Adult Cognition: A Systematic Review. Front Physiol, 9:667. doi: 10.3389/fphys.2018.00667.

Kaushal N, Desjardins-Crépeau L, Langlois F, et al. (2018). The Effects of Multi-Component Exercise Training on Cognitive Functioning and Health-Related Quality of Life in Older Adults. Int J Behav Med, Jun 20. doi: 10.1007/s12529-018-9733-0. [Epub ahead of print]

Lee YH, Yoon ES, Park SH, et al. (2014). Associations of arterial stiffness and cognitive function with physical fitness in patients with chronic stroke. J Rehabil Med, 46(5):413-7. doi: 10.2340/16501977-1790.

Marioni RE, Shah S, McRae AF, et al. (2015). The epigenetic clock is correlated with physical and cognitive fitness in the Lothian Birth Cohort 1936. Int J Epidemiol,  44(4):1388-96. doi: 10.1093/ije/dyu277

Willis BL, Leonard D, Barlow DE, et al. (2018). Association of Midlife Cardiorespiratory Fitness With Incident Depression and Cardiovascular Death After Depression in Later Life. JAMA Psychiatry, published online June 27, 2018. doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.1467.

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