Diät oder gesundes Essverhalten: ist Gewichtsverlust nur eine Frage der Einstellung?

Worin liegt der Unterschied zwischen einer „Diät“ und „einem gesunden Essverhalten“? Hat das eine einen stärken oder gar erfolgreicheren Einfluss auf Gewichtsverlust, als das andere?

 

Der oder die ein oder andere von uns mag vielleicht denken, dass beide nichts taugen. Denn weder einer Diät noch ein gesundes Essverhalten hören sich nach Genuss und Schlemmen an, nach Spontaneität oder dem Essen aus der Laune heraus.

 

Wenn du die Wahl hättest, würdest du lieber eine Diät machen oder dich gesund ernähren?

Diät und gesundes Essverhalten:

  • Worin besteht für dich der Unterschied?
  • Besteht überhaupt ein Unterschied?

–>Diese beiden Begriffe oder Ernährungsformen unterscheiden sich natürlich sehr wohl voneinander.

  • Ganz klar, eine Diät, oft zeitlich begrenzt für viele aber leider auch ein Dauerzustand, ist da, um Gewicht (oder Fett) zu verlieren.
  • Ein gesundes Essverhalten, hingegen, ist für viele von uns Teil eines gesunden, balancierten Lebensstils (für diejenigen, die gesunde Lebensmittel fast schon „automatisch“ bevorzugen und also Genuss bezeichnen würden)

Diät und gesundes Essverhalten:

Nehmen wir aber die Begriffe Näher unter die Lupe, dann sehen wir, dass sie eigentlich ziemlich ähnlich sind (oder sein können), denn:

Eine Diät, als auch ein gesundes Essverhalten

  • bestehen hauptsächlich aus frischen, farbenfrohen und gesunden und nährstoffreichen Nahrungsmitteln,
  • vermeiden hoch-verarbeitete Lebensmittel (zum größten Teil),
  • beinhalten oftmals das Lesen der Zutatenliste und das Beschränken von Zusatz- und Süßstoffen
  • sind Zucker-reduziert
  • verzichten auf gesüßte Getränke, Energie-Drinks und übermäßigen (wenn überhaupt) Alkohol

 

Und trotz der Ähnlichkeiten müssen sie sich unterscheiden. Denn während viele von uns einem gesunden Essverhalten folgen können, als Teil eines balancierten Lebensstils, scheitern die meisten, über kurz oder lang, mit jeder Diät.

 

Allgemein gesagt liegt der Unterschied nicht in den jeweiligen Komponenten, also den Lebensmitteln, die konsumiert werden, sondern in der Einstellung, die wir der Ernährungsform gegenüber haben. D.h., sie unterscheiden sich, WIE wir die einzelnen Komponenten betrachten.

 

Gesunde Ernährung oder Diät: gleich aber doch anders

Was genau meine ich damit?

Nun, zum einen: Denkweise.

Diäten konzentrieren sich darauf, dass wir uns enthalten, das Verlangen nach den leckeren Lebensmitteln, die doch eher die Ungesunden sind, leugnen. Dass wir die kalorienhaltigen Dinge, die wir mit „Genuss“, „Freude“, „Aufmunterung“ und vielleicht auch „Liebe“ verbinden, aufgeben.

Kurz gesagt, Diäten bedeuten Verzicht für viele von uns.

 

Gesunde Essgewohnheiten konzentrieren sich auf bewusste Ernährungsgewohnheiten, weil sie entweder Teil unserer jahrelangen Ernährung sind oder aber Teil für gesundheitsfördernde Aspekte geworden sind.

Sie sind oftmals eine Entscheidung, die entweder mit Genuss einhergeht, wenn man z. B.

  • neue Rezepte probiert
  • mindful, langsam und bewusst isst

oder aber Teil des Lebensstils ist, weil man sich

  • frisch
  • regional
  • saisonal oder
  • bio ernähren möchte

oder aber sich z.B. für die vegetarischen oder veganen Ernährungsweise entschieden hat.

 

Zum zweiten: Der Fokus liegt auf Zahlen

Diäten fokussieren sich auf Zahlen, Nummern, abstrakte Konzepte:

  • Bei vielen Diäten liegt der Fokus auf einer bestimmten Anzahl an Kilokalorien (kcal).
  • Wieviele kcal darf ich essen?
  • Wieviele Gramm an Kohlenhydraten oder Eiweiß?
  • Wann darf ich essen (Uhrzeit)?
  • Wieviele Kilogramm habe ich verloren?
  • Wie schwer bin ich?
  • Welche Kleidergröße passt mir?

 

Gesunde Essgewohnheiten konzentrieren sich eher darauf:

  • wie ich mich fühle
  • worauf ich Lust und Appetit habe
  • welche Lebensmittel mir gut tun, mir Energie geben und meine Gesundheit unterstützen
  • wie das Essen schmeckt und ob es im Einklang mit meinem Wunschverhalten ist (und vielleicht ob es mein Umweltbewusstsein unterstützt)

Bei einer gesunden Ernährung geht es um persönliche Vorlieben und das Verzichten bestimmter (vielleicht etwas ungesünder) Lebensmittel geht auf persönliche Vorlieben zurück, auf eine eigene Entscheidung, und keine, die von äußeren Faktoren (außer vielleicht gesundheitsbedingt vom Arzt) oder Diäten vorgeschrieben wird.

 

Zum dritten: Das Gefühl einer lästigen Plage

Wer mag schon Pflichten oder Hausarbeiten,Vorkochen, ein Ernährungstagebuch führen, Sport (als Teil der Diät) machen müssen, ….

 

Bei Diäten ist Bewegung oftmals etwas, dass getan werden muss. Du musst schwitzen, um Fett zu verlieren, um das Kaloriendefizit zu kreieren.

 

In vielen Menschen (allerdings nicht immer) geht eine gesunde Essgewohnheit mit einem balancierten Lebensstil einher, in dem Bewegung als Form von Stressabbau, um z.B. Hormon auszugleichen, die eigene Gesundheit zu unterstützen, besser zu altern, Knochengesundheit zu unterstützen, u.s.w. gesehen wird.

 

Du siehst ……. beide enthalten

die gleichen Komponenten (gesunde, farbenfrohe, frische Lebensmittel), aber eine klingt wie eine Bestrafung (je nach Diät mehr oder weniger), während die andere ein umsetzbarer und genussvoller Lebensstil ist.

Es liegt also alles in den Augen des Betrachters.

 

Wähle deine Einstellung und im Gegenzug kannst du, mit etwas Glück, der richtigen Motivation und Umsetzung einen gesunden, aktiven und ausgewogenen Lebensstil gewinnen…..einen der langfristig auch zu deinem Wunschgewicht führt, denn wir wissen, dass unser Gewicht nicht nur von Ernährung oder Bewegung (Sport) abhängig ist, sondern auch von den kleinen tagtäglichen Bewegungseinheiten (wie ein Spaziergang zu Mittag oder nach dem Abendessen, die Stiegen statt den Aufzug nutzen, eine Station zu Fuß gehen, anstatt die Öffis nutzen,……), gesunden, ausreichendem Schlaf, Stress-reduzierenden Verhalten, und und und beeinflusst wird.

 

So, bevor du dich in die nächste Diät stürzt, überlege dir, was du wirklich willst und was dich, langfristig, wirklich an dein Ziel bringt.

 

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